03. Oktober 2007 | Die Coburger Bratwurst
Den ersten Kontakt zu dieser Spezialität hatten wir im Wildpark Tambach. Zunächst waren wir uns natürlich nicht im Klaren darüber, dass die Wurst so aussehen und die orale Haptik so undefiniert sein muss. Erst als wir in Coburg die selbe Art der Zubereitung wieder anfanden, habe ich mir die Sache näher angeschaut. Denn was auf den ersten Bissen wegen der ungewohnten Bratwursteindrücke durchaus verwirren kann, schmeckte mir auf den zweiten ungewöhnlich gut.
Die Coburger Bratwurst besteht, anders als die geographisch benachbarte Thüringer, Nürnberger oder Bamberger, aus grobem Brät. Sie ist zwischen 20 und 25 Zentimeter lang, besteht zum Großteil aus fettem Schweinefleisch und einem Teil Kalbfleisch und wird in den fettreichen Dünndarm des Schweins gepresst (d.h. Durchmesser nach dem Braten knapp 2 cm). Soweit ist die Coburger noch nicht zu ungewöhnlich, erst die spezielle Art der Zubereitung macht den Unterschied aus.
Erwerben muss man seine frisch gegrillte Coburger Bratwurst aus einem in der Regel würfelförmigen KfZ-Anhänger. Dieser ist schon von weitem sicht- und riechbar. Denn hier wird weder mit Gas noch Holzkohle und erst recht nicht elektrisch geheizt, in und um Coburg werden die Würste über einem offenen Feuer aus Kiefernzapfen gebraten! Die Flamme wird immer wieder unter Verwendung eines Blasebalgs angefacht und produziert entsprechend harzig rauchige Qualmwolken. Auf dem Darm der Wurst setzt sich dabei natürlich eine deutliche Rußschicht ab. Die Coburger bleibt solange auf dem Grill, bis sie eine deutliche schwarze Farbe angenommen hat, im Inneren jedoch noch fettig und schön saftig ist.
Das klingt sicher ungewöhnlich, doch während ich diese Zeilen tippe muss ich mir dieses kulinarische Erlebnis wieder in Erinnerung rufen und mir läuft auch jetzt wieder das Wasser im Munde zusammen. Wenn ihr also Coburg besuchen solltet, dann probiert unbedingt auch die Coburger Bratwurst.
Soviel zu unserem Urlaub. Wahrscheinlich werde ich keinen gesonderten Bericht zum Aufenthalt in Gauerstadt erstellen und verweise für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand Interesse an unseren Urlaubsaktivitäten hat, auf die entstandenen und im Fotoalbum veröffentlichten Bilder:
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