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12. Juni 2009 | Bleistift der Härte HB
Jens schreib mit einem HB Bleistift Wenn gerade keine Tastatur zur Verfügung steht (was eher unwahrscheinlich ist) oder ich gerade einfach allgemein den Drang zum Niederschreiben eines Textes mittels Stift und Papier verspüre, greife ich am liebsten zu einem Bleistift. Dann aber möglichst in der Härteklasse HB. Damit wir uns die verschiedenen Härten merken brachte uns unser ESP-Lehrer einst eine Eselsbrücke bei, die wohl nur in Sachsen richtig angewendet werden kann. So steht H - für hart, B für babbsch und HB für halb babbsch.

Begriffserklärungen:
Babbsch entseht durch eine leichte phonetische Verschiebung aus im Wort pappig - in diesem Falle also weich.
ESP ist die Abkürzung für Einführung in die Sozialistische Produktion, die im Wechsel mit PA (Produktive Arbeit) stattfand. Während ESP die Theorie behandelte, z.B. das Technische Zeichnen (darum die Bleistiftkunde), war bei PA Arbeiten angesagt. Als Schüler in der Deutschen Demokratischen Republik wurde ich, genau so wie alle Klassenkameraden, ab Klasse 8 daher für vier Stunden alle 2 Wochen im Helfenberger Grund eingesetzt. Hier befand sich eine Produktionsstätte der traditionsreichen Dresdner Pentacon, die z.B. eines der beliebtesten und begehrtesten technischen Objekte in der Zone produzierte: die Spiegelreflexkamera Praktica (Was daraus wurde sieht man in MediaMarkt un Co.). Während man zunächst anspruchsvolle Aufgaben wie das Entgraten von Gussteilen ausführte, wurden später knifflige Arbeiten am Vorkriegs-Maschinenpark ausgeführt - wie zum Beispiel das Aufbohren einer Hülse nachdem man selbige in eine Werkstückaufnahme applizier hatte. Da sich bei PA die Zensuren neben der Qualität auch aus der erzielten Stückzahl errechneten, half es mir das Gehirn vor Arbeitsantritt auszuschalten. So habe ich mit vollem Einsatz meine kostenlose Arbeitskraft dem sozialistischen System zugetragen, konnte dessen Untergang damit glücklicherweise nur unsignifikant hinauszögern. Darum war bereits in der Neunten Klasse Schluss mit ESP und PA.

In bester Erinnerung bleibt mir ESP aber vor allem auch, weil in schöner Regelmäßigkeit vor größeren Ferien oder Weihnachten und Ostern die Unterrichtsstunden zu Filmstunden wurden. Mangels Auswahl lief dies stets auf das Scherenschnittmärchen Die kleine Hexe (DDR, 1983 - DVD bei amazon.de) hinaus (Man mag es sich heute kaum vorstellen können: die Vorführung fand mit einem Filmprojektor statt - also mit "echten" Filmspulen).

Was ich nicht alles erzähle, wenn ich vom Bleistift schreibe...

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Zu diesem Thema wurden bereits diese Kommentare abgegeben:

13.06.2009 | 09:14:04 | Eintrag Nummer 1
sehr schön - mehr von solchen bleistift-geschichten, da lernt man was über deutschland
Von: jens mahnke Email: info[*at*]atomlabor.de Homepage: http://blog.atomlabor.de

30.06.2009 | 14:08:11 | Eintrag Nummer 2
Diese Eselsbrücke ist wirklich sehr hilfreich, dass kann man sich dadurch eindeutig besser merken. Wobei mit der Begriff Babbsch völlig neu war!
Von: Bürobedarf Shop Homepage: http://www.aw-print.de/Buerobedarf,cat-1




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