29. Juni 2009 | Mein erstes Elbhangfest
Ein anstrengendes Wochenende liegt hinter mir. Am Freitag durfte ich nicht in meinem eigenen Bettchen schlafen, meine Eltern haben mich in ein Reisebett in Hosterwitz gesteckt. Mama hat neben mir Wache gehalten und Papa hatte die Erlaubnis das Konzert der Rockys zu besuchen. Da geht er jedes Jahr zum Start ins Elbhangfestwochenende hin. Als er dann mitten in der Nacht ins Zimmer kam um zu Bett zu gehen, war für mich die erste Schlafphase zu ende. Irgendwie hatte ich diese Woche noch keine Lust eine Nacht durch zu schlafen und so beschloss ich auch jetzt diese Nachtruhe mit ein wenig Quiken, Quengeln und Zappeln für meine Eltern aufregender zu gestalten. Mir gings am Samstagmorgen sehr gut - Mama und Papa sahen etwas geknickt aus.Tagsüber wurde ich im Kinderwagen durch Pillnitz und Hosterwitz geschoben, vorbei an komischen Ständen wo sich meine Eltern unterschiedlich riechende Dinge kauften um sie dann unter ihre Nase zu schieben. Dann kam auch noch ein Umzug mit Pferden, Ochsen und viel Musik an mir vorbei - ich war schwer beeindruckt und beschloss das zu zeigen indem ich sowohl Mittagsbei als auch Mittagsschlaf verweigerte.
Nachmittags ging es mit der Fähre über die Elbe zu einer anderen Feier - angeblich sehe ich die Leute nun öfter, das sei Familie. Das Konzept war mir ein bisschen fremd, also beschloss ich meinen Unmut in Form von Schreien und Weinen kund zu tun. Eine Breimahlzeit konnte mich nur einen unwesentlichen Moment beruhigen, erst als ich im Kinderwagen heim geschoben wurde schloss ich meine Äuglein.
In der folgenden Nacht konnte ich noch immer nicht in meinem Kinderzimmer übernachten, trotzdem ging es schon besser. Am Sonntag wurde ich wieder in meinen Kinderwagen gesetzt und wir fuhren mit Fähre und Straßenbahn zum Blauen Wunder. Auch da war dieses Elbhangfest im vollen Gange, meine Eltern wiederholten das in den Mund Schieben von verschiedenen gekauften Nahrungsmitteln. Mir wurde in einer dieser Buden mein Mittagsbrei aufgewärmt, Papa und Mama aßen Currywurst - später will ich auch einmal diese Pommes Frites kosten. Oma gab mir von ihrem Bratwurstbrötchen ab - ich mag es Semmeln vollzuspeicheln und anschießend in meinem zahnlosen Mund auszusaugen.
Satt und vom Vormittag geschafft schloss ich noch in Loschwitz meine Augen - erst in Wachwitz kam ich durch Livemusik wieder zu mir. Ich durfte nun, vom Papa getragen, die bessere Aussicht eines Erwachsenen genießen. Dieses Puppentheaterdings hat mich mit meinen sieben Monaten allerdings noch nicht so recht überzeugt - das muss ich mir nächstes Jahr noch mal genauer anschauen. Die ganze Musik und die Menschenmassen auf der Pillnitzer Landstraße verwirrten mich zwar, ich war aber fit genug und absolvierte das komplette Informationsprogramm ohne Protest. Ich hab meine Eindrücke dann in verschiedenen Kurzschläfchen verarbeitet und als ich dann total geschafft am Abend in mein eigenes Bett kam haben meine Eltern die nächsten 12 Stunden keinen Mux mehr von mir vernommen.
Mein Papa hat sich zum Wochenende folgendes notiert:
Am vergangenen Wochenende fand das 19. Elbhangfest statt. Natürlich waren auch wir wieder mit dabei, nicht nur weil ich meine Kindheit in Pillnitz verbrachte - es gehört einfach zu einem Sommer in Dresden dazu. Gestartet wurde natürlich am Freitag wieder mit dem Besuch des Konzerts der Rockys im Gare da la lune. Allerdings ohne meine Frau - denn wie das so ist, wenn man sich fortgepflanzt hat: einer muss auf den Nachwuchs aufpassen. Ich hatte aber wie üblich meinen Spaß an Bert, Harald, Michael und Tom Rock. Und nachdem ein Rockyfan bisher weiß, dass Harald leider nicht schwul ist (ooooch) und Tom nicht verheiratet (oh!!), lernte ich nun dazu, dass Michael Rock (alias Olaf Schubert) leider nicht lustig ist (tsss).
Natürlich wurde vom Leiter der Gruppe wieder ein Foto von den Besuchern gemacht - nach 2005 und 2007 bin ich wieder einmal hoch genug gesprungen (bzw. stand weiter vorn), um mit abgebildet zu sein.
Der Samstag war wieder gekennzeichnet vom kleinen aber feinen Festumzug - und dem üblichen abendlichen Fernbleiben vom Elbhang wegen einer Familienfeier.
Am Sonntag nahmen wir dann das Abmarschieren des kompletten Festgeländes in Angriff. Zunächst brachte uns die Straßenbahn, von den DVB wurde eine extra verkehrende E6 Verbindung eingerichtet, linkselbig von Zschachwitz nach Blasewitz. Hier überquerten wir nun den Fluss über das Blaue Wunder und begannen unsere knapp 6 Kilometer lange Tour. Nachdem wir Erwachsenen unseren Hunger leicht an den verschiedensten Ständen stillen konnten mussten wir erst einmal ein Büdchen mit Mikrowelle finden, um die Babynahrung für unsere Tochter zu erwärmen. Uns gleich taten dies wieder tausende andere Besucher - die Pillnitzer Landstraße war voller Festbesucher.
Nachdem wir an verschiedenen Punkten unterschiedlichster Livemusik lauschten kamen wir mehrere Caipirinha, Bowlen und Bratwürste später wieder in Pillnitz an. Es war wieder ein rundherum gelungenes Fest!
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Zu diesem Thema wurden bereits diese Kommentare abgegeben:
29.06.2009 | 21:16:24 | Eintrag Nummer 1
ich sitze schmunzelnd vor dem firmenrechner - danke für die ablenkung !
Von: Jaycee Email: info[*at*]atomlabor.de Homepage: http://blog.atomlabor.de
30.06.2009 | 16:28:23 | Eintrag Nummer 2
na sowas liest man doch gerne .. erst recht auf arbeit :D
nur eins vermisse ich .. die dazugehörigen photos von euch und eurer kleenen ;)
na denn, bis bald!
lg stephie
nur eins vermisse ich .. die dazugehörigen photos von euch und eurer kleenen ;)
na denn, bis bald!
lg stephie
Von: Stephie
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