03. Februar 2010 | Raabs Castingshow
Als ich gestern Abend vor dem Fernseher den vorgestrigen Teil von CSI NY vom Entertain Receiver schaute, wurde ich gegen 21:20 stutzig. Sollte da nicht das Aufnahmelämpchen für Two And A Half Man leuchten? Um kurz bei Pro7 nach dem rechten zu schauen, zappte ich rüber. Aber da war kein Charlie Sheen - da saß der Raab in einem Ledersessel. Natürlich, die Grand-Prix Vorveranstaltungen stehen ja für die nächsten Wochen auf dem Programm.Sonst bin ich ja kein Castingshow-Zuschauer, aber hier bin ich dann doch für einen Moment hängen geblieben - und dieser Moment dauerte dann bis zum Schluss an. Zwar habe ich parallel - vor allem in der Werbung und bei der langwierigen Anrufphase - meine Aufmerksamkeit eher dem PC als TV gewidmet, aber was an mich herandrang war wirklich oft sehr sehens- und hörenswert. Die Jury hat sich angenehm zurück genommen, die 10 Kandidaten waren fast durchweg auf einem hohen Niveau, die Moderation (vor allem wegen Opdenhövel) gewohnt souverän. Hier wurde nicht versucht Unterhaltung zu generieren mit Bohlen-Zoten, Herzschmerz-Harte-Kindheit-Einspielfilmchen oder der Vorführung übler Kandidatenstimmen. Man konnte Herrn Raab wieder als den Musikkenner und Garanten für gute Unterhaltung hinter dem Sendekonzept erahnen - aber da er eben "nur" Teil der Jury war und als solcher nur mit konstruktiver Kritik auffiel (wie seine Kollegen Müller-Westernhagen und Catterfeld), war das Ganze angenehm stimmig. Wären nun die Kandidaten wie anderso am Fliesband hereingetrappelt und vorgeführt worden, wäre es sicher eine recht langweilige Vorstellung gewesen. Durch die sehr gute Vorauswahl aber, konnte man die 10 potentiellen Oslo-Teilnehmer schon vorab (mit ein oder zwei Ausnahmen) getrost als Musiker bezeichnen. Von den Fünfen, die weiter kamen, stach natürlich auch bei mir Lena Meyer-Landrut heraus. Wenn in den nächsten Folgen weiterhin so gute Bewerber vorgestellt werden können, kann uns Oslo fast egal sein. Deutschland erhielte ein oder zwei unaufgeregte aber beständige Künstler a la Max Mutzke und Stefanie Heinzmann. Und der Balkan (der im Übrigen hinter Bad Schandau beginnt) wählt sich sowieso wieder selbst.
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