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10. November 2010 | Googles WiFi Ortung - Fluch oder Segen
Google hortet ja bekanntlich alle Daten, der es habhaft wird. Durch die Medien ging ja, dass das Google Street View Auto nicht nur Bilder geschossen hat, sondern auch WLAN-Daten mitgeloggt haben soll. Der plausible Hintergrund dafür ist einfach: Man möchte ein mobiles Gerät nicht nur anhand von GPS orten, sondern auch über Triangulation von Mobilfunkantennen - und eben anghand von WLAN-Netzen.

Weiß Google nämlich, dass WLAN-Netz XY auf der Musterstraße 4b steht, dann kann ein vorbeikommendes Handy ganz ohne GPS auf diese Daten zugreifen und wird gar ohne Sattelit sehr exakt verortet. Wie exakt das klappt wird vor allem bei Mobiltelefonen deutlich, die über gar kein GPS verfügen (wie das Ur-iPhone oder mein Nokia E61i). Das Ganze ist damit keine Zukunftsvision, sondern seit einigen Jahren Realität.

Datenschutzbestimmungen von Google Wie Google an diese Geodaten von WLAN-Netzen kommt ist vielfältig - die meisten Daten sind aber mit Sicherheit nicht durch die Street View Autos gesammelt worden. Am Beispiel meines Heimnetzes wird dies zum einen klar, und verdeutlicht auf der anderen Seite die Unzulänglichkeiten des Ortens via WiFi.
Mein alter Router nämlich war so schwach (bzw. war ausreichend weit von der Straße entfernt), dass seine Strahlen kaum von der Straße empfangen werden konnten. Was aber möglich war: ich konnte mit meinem WLAN-GPS-Handy auf dem Balkon surfen. Das hatte zur Folge, dass eines schönen Tages meine Verortung in Google Maps mit deaktiviertem GPS auf 20 Meter genau erfolgen konnte. Und das Zentrum der Messungenauigkeit war auch nicht die Straße (hätte ja sein können, dass eine bessere Antenne im Street View Wagen doch etwas aufschnappen konnte), sondern sehr genau mein Balkon!

Datenschutzbestimmungen von Google So weit, so gut. Es existieren im Internet damit gigantische Datenbanken, in denen solche Daten hinterlegt sind. Das macht nicht nur Google, nur sind die eben die Bekanntesten und jene, die entsprechend gut ausgerüstet sind. Denn Google hat seinen Kartendienst Google Maps auf sämtliche Handybetriebssysteme portiert und damit jeden Google Maps Nutzer zu einem Datensammler im Dienste des Internetkonzerns gemacht. Und dieser Nutzer ist sich dessen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht einmal bewusst - wer macht sich schon die Mühe und studiert das Kleingedruckte in Google Maps? Dort steht, z.B. in der Symbianversion für Nokia, Im Rahmen der Funktion ... sendet Google Maps annonyme Informationen per Funk an Google-Server zurück, um den Service zu verbessern. Ähnliche Passagen finden sich in den Nutzungsbedingungen für Windows Mobile oder Android (letztere machen das wahlweise schon ganz ohne Google Maps zu starten).

Wie das ein jeder findet, muss ein jeder selbst beurteilen - man muss Google ja nicht mit diesen Informationen versorgen. Ich sehe das Ganze pragmatisch positiv: ein WLAN-Netz ist heutzutage gesichert, übertragene Daten sind also nicht ausspionierbar. Alles was Google lesen kann, kann auch jeder Passant erfahren, der nahe genug an einem WiFi-bestückten Gebäude vorbei kommt: Den (selbstgewählten) SID Namen, den Verschlüsselungsstandard und die MAC-Adresse, die den Router einzigartig macht.

Das System könnte also GPS in dicht bebauten Städten mit entsprechend vielen WLAN-Netzen fast ersetzen. Nur leider hat es einen großen Schönheitsfehler - und der bewirkt, dass ich nun immer falsch platziert werde. Mein weiter oben erwähnte alte Router hat nämlich eine neue Funktion bekommen, er dient als Repeater für den Garten meiner Eltern. Und wenn man sich nun im Grundstück (ohne GPS) lokalisieren lässt, wird man von Google Maps auf der anderen Elbseite auf einem Balkon angezeigt...

Link zur genauen Ausformulierung der Google Datenschutzbestimmungen.

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